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Was hat sie mit dem Messer vor?

»Elle«

Paul Verhoeven ist zurück, und Isabelle Huppert glänzt in einer Rolle, die keine Hollywood-Schauspielerin übernehmen wollte. 
Geschrieben am
Zwischen 1987 und 1997 drehte Regisseur Paul Verhoeven mit »Robocop«, »Basic Instinct«, »Showgirls« und »Starship Troopers« vier berühmt-berüchtigte Filme, bei denen man nicht zu hundert Prozent sicher sein konnte, ob sie Sex, Gewalt und Faschismus im Kino hinterfragen oder doch lieber abfeiern wollten. In »Elle« setzt er auf schwarzen Humor. Die Gesellschaftssatire handelt von einer ehrgeizigen Unternehmerin (Isabelle Huppert), die am helllichten Tag in ihrem Haus vergewaltigt wird und kurz darauf ein kleines Beil im Hobbymarkt kauft.

Statt sofort in den Rachethriller-Modus umzuschalten, zoomt die Handlung auf ihre näheren Bekannten und Verwandten, zu denen sie teilweise recht exzentrische Beziehungen pflegt. Das Motiv sexueller Machtfantasien tritt dabei immer wieder zum Vorschein, und mit einem Mal kommen gleich mehrere Männer als Täter infrage. »Elle« ist die Art von Film, die Claude Chabrol früher gerne gemacht hat, wenn er mal wieder den ach so originellen moralischen Bankrott der Bourgeoisie beleuchten wollte. Das Verbrechen wird nicht verharmlost, doch Außenstehende gibt es in Verhoevens Plot keine, denn die fantastische Hauptdarstellerin Huppert beleuchtet die verkorkste Seele ihrer eigenen Figur gleich mit.