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Effizient und ohne Gnade

»Karnak – Der Makel in allen Dingen«

Die Inhumans erfahren aktuell eine Renaissance im Marvel-Universum. In »Karnak – Der Makel in allen Dingen« stellt Starautor Warren Ellis den philosophischen Krieger näher vor.
Geschrieben am
Auf der Comic Con in San Diego wurde kürzlich ein frischer Trailer zu Marvels neuestem Serien-Highlight »Inhumans« gezeigt. Ende September ist der Start und da schadet es nicht, im Vorfeld etwas tiefer in die übermenschliche Franchise einzusteigen.  

Zum ersten Mal tauchten die Inhumans, eine von Außerirdischen geschaffene Gattung von Übermenschen, 1965 in einem Abenteuer der »Fantastic Four« auf. Mitte der 70er erhielten die von König Black Bolt angeführte Gruppe ihre eigene, kurzlebige Serie, die jedoch ab 1998 wieder aufgenommen und bis 2004 fortgesetzt wurde. Doch auch seither sind die Charaktere Bestandteile regelmäßig Teil großer Marvel-Storylines wie »Infinity« oder »Civil War II«. 

Durch ihre extraterrestrische Schöpfungsgeschichte besitzen die Inhumans ohnehin eine körperliche Verfassung, die jene des Homo sapiens übersteigt. Das Ritual der Terrigenese verleiht ihnen weitere übernatürliche Fähigkeiten und macht sie endgültig zu Superwesen. Karnak, einer der mysteriösesten unter den Inhumans, durfte diesen Verwandlungsprozess nicht durchlaufen, sondern musste sich seine philosophischen und kriegerischen Fähigkeiten in jahrelangem Studium aneignen. Als Magister im Turm der Weisheit analysiert er in der Abgeschiedenheit die Welt und das Universum. Äußerst hilfreich ist ihm dabei die Gabe, den Makel in allen Menschen und Dingen zu erkennen, und diesen effizient und gnadenlos auszunutzen. 

Eine Figur also, wie gemacht für den englischen Star-Autor Warren Ellis, und so wirkt die sechsteilige Miniserie, die bei Panini Comics gesammelt erscheint, dann auch streckenweise wie ein gelungenes Crossover aus »Transmetropolitan« und »The Authority«.  Im Zentrum der Handlung steht ein Entführungsfall, dessen wahre Dimension sich erst nach und nach offenbart. Die SHIELD-Agenten Phil Coulson und Jemma Simmons heuern Karnak an, und man spürt schnell, wie unwohl ihnen bei dieser Zusammenarbeit mitunter ist. 

Seitenlange Action-Sequenzen, Dialoge mit teilweise derben Pointen und einige philosophische Gedankenspiele fließen hier zu einem in dunklen Farben gezeichneten Comic zusammen, der von gängigen Superhelden-Klischees erfreulich weit entfernt ist.