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Triff’ deinen Traummann!

So ist »Dream Daddy«

Die Dating-Sim »Dream Daddy« lässt euch einen alleinerziehenden Vater spielen, der in seiner neuen Nachbarschaft Dates mit anderen alleinerziehenden Vätern hat. Das ist genauso liebenswert, wie es klingt. 
Geschrieben am
Zücke ich jetzt das selbstgemalte Bild meiner Tochter oder gebe ich doch mit ihren guten Noten an? Eine Entscheidung, die erheblichen Einfluss auf den Verlauf dieser ersten Begegnung mit meinem potentiellen Traummann haben kann. Der heißt Brian, hat einen kugeligen Bauch, rote Locken, einen Bart und ich bin ihm gerade im Park begegnet. Später hole ich mir einen Kaffee im Coffee Shop und treffe Mat, der mir »Iced Teagan and Sara« oder »Godspeed You! Black Coffee« anbietet und Hilfe bei der Suche nach dem Namen für ein neues Bananenbrot braucht. Diese Nachbarschaft ist ziemlich gemütlich und sie ist mein neues Zuhause in »Dream Daddys: A Dad Dating Simulator«.  

Der Titel verrät es schon, das Ziel des Spiels ist, für den Papa, den ich am Anfang des Spiels erstelle, einen neuen Partner, also einen anderen Dream Daddy zu finden. Je nachdem, mit welchen der insgesamt sieben potentiellen Nachbarn ich ausgehe und wie ich mich bei den Dates verhalte, verläuft auch die Geschichte jedes Mal anders. Das kann zum Happy End führen, muss es aber nicht. Das klingt albern und es ist auch verflixt albern. Trotzdem ist dieses Spiel bei Steam derzeit sehr beliebt und als das Entwickler-Team Game Grumps die Veröffentlichung verschieben mussten, sahen sie sich genötigt, sich über Twitter zu entschuldigen, weil so viele Menschen auf »Dream Daddy« gewartet haben. Ja, wirklich!
Um ehrlich zu sein: Als Videospiel taugt es nur so mittelmäßig. Wenn man nicht mit wirklich allen Dads Dates hat, ist »Dream Daddy« ziemlich schnell durchgespielt. Die Animationen beschränken sich auf nur im Detail veränderte Comicsstills und es gibt keine Sprachausgabe. Dialoge und Handlung werden meist über den (bislang nur englischen) Text abgehandelt. Das ist vor allem für ungeduldige SpielerInnen ein wenig mühsam, auch wenn es die Option gibt, vorzuspulen.  

Dennoch gibt es viel Liebenswertes bei »Dream Daddy«. Zunächst mal ist die Tatsache, dass man einen alleinerziehenden, queeren, verwitweten Vater spielt, nicht unbedingt alltäglich. Dazu kommt, dass man ziemlich viel Spielraum hat, wie dieser Vater aussehen kann. Wer mag, kann auch einen transgender Charakter erstellen, der Papa kann bärtig sein, lange oder kurze Haare haben, er kann auch die gleiche Frisur wie Son Goku aus »Dragon Ball« oder Piercings tragen, trainiert sein oder pummelig. Am Anfang des Spiels wählt man, ob man (die wirklich sympathische) Tochter Amanda mit einem weiblichen oder männlichen Partner bekommen hat und ob sie adoptiert wurde oder das leibliche Kind ist.
Das Spiel lebt von Klischees und Stereotypen, die auf sympathische Art überzeichnet werden. Der heiße Literatur-Lehrer mit »Man Bun«, der aus Büchern zitiert und sich freut, wenn man fragt, ob der Fänger den Roggen je gefangen hat. Der Verkäufer im Gothic-Shop, der diskutiert, ob ein Shirt wirklich viktorianisch anmutet oder auch der oben erwähnte Brian, der gerne grillt und mit seiner Tochter angibt – sie alle sind süß und lustig und man würde sie wirklich gerne besser kennen lernen. Dazu kommen peinliche Dad-Jokes und die vielen hübschen Popkultur-Anspielungen wie die im Coffeeshop. Geht übrigens unbedingt mal mit Mat aus, er nimmt euch mit zu einer Band, die euch bekannt vorkommen könnte. Schön ist auch, wie niedlich unsicher »unser« Dad auf sexy Anspielungen reagiert. One Night Stands sind möglich, Souveränität danach sieht aber wohl anders aus. Auch die Mini-Games während der Dates sind zwar meist nicht schwierig, dürften Videospielfans aber dank ihrer Aufmachung an der ein oder anderen Stelle freuen. Man merkt »Dream Daddy« einfach an, dass die Entwickler viel Liebe fürs Detail hatten und dass sie ein Spiel schaffen wollten, bei dem die Atmosphäre stimmt und das sich selber nicht zu ernst nimmt.   

Wirklich schade, dass dann so schnell wieder Feierabend ist. Denn die unterschiedlichen Dads haben Potential für eine tiefer gehende Storyline und auch die Beziehung zu Amanda ist sicherlich ausbaufähig. So bleibt »Dream Daddy« ein kurzes Vergnügen. Aber was soll’s, man kann ja einfach noch mal von vorne anfangen, mit einem neuen Dad, der dann diesmal vielleicht doch das Shirt mit den Spiegeleiern ... oder doch das Hawaiihemd? So viele Entscheidungen!
»Dream Daddy« gibt es für PC und Mac über Steam.