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Playlist des Grauens

Die 13 schlimmsten Musikvideos aller Zeiten

Einige Wochen war Bastian Küllenberg in den Untiefen des Internet verschollen. Nun ist er zurück von seiner Entdeckungsreise und hat die 13 schlimmsten Musikvideos aller Zeiten mitgebracht.
Geschrieben am
Gibt man bei Youtube »worst music video ever« ein, so landet man bei »Elektronik Supersonik«, einem Hit des vermeintlichen moldawischen Künstlers Zlad! mit über fünf Millionen Aufrufen. Hinter dem grotesken Clip in Spätsiebziger-Weltraum-Disco-Optik steckt allerdings der australische TV-Produzent und Buchautor Santo Cilauro, womit Zlad! leider für diese Liste disqualifiziert ist. Wir wollen das echte, wahre Schlimme!
01 Wally World »Raise Some Kaine«
Ein Strand in Kalifornien, eine Rockband und Tänzerinnen. Eigentlich kein zwangsläufig schlechtes Set-Up für ein Musikvideo. Filmer Jamie C. Elder gelingt es im Clip zu »Raise Some Kaine« aus diesen Zutaten ein unvergessliches Werk voller absurder Höhepunkte zu konstruieren. Haltet einfach die Augen offen! Bonuspunkte gibt es für die Vermutung, dass sich Wally World nach dem Freizeitpark aus »Die schrillen Vier auf Achse« benannt haben.
02 Chainmale »Kickback«
Synthie Pop trifft Performance, oder ist das gar Post Punk? Michael Freeland alias Chainmale ist einer der unentdeckten Unbekannten der frühen 80er Jahre. Es existieren zwar drei Musikvideos, Informationen über den Künstler aus Tasmanien sind jedoch Mangelware. In »Kickback« sehen wir den Sänger im Skinhead-Outfit Freundschaft mit einem Jungen schließen. Er spuckt Feuer, zeigt Zaubertricks und posiert wütend vor zwei futuristischen Telefonzellen, bevor er und das Kind fröhlich durch die Nacht tanzen. Noch etwas populärer bei Youtube ist übrigens Chainmales »Schizophrenic Breakdown«.
03 Sabrina Salerno »Lika A YoYo« 
Vorab für die jüngeren Leser: Das YoYo ist der Fidget Spinner der Achtziger und Neunziger Jahre. Fragt mal eure Eltern. Und fragt nur Papa zu Sabrina Salerno. Hatte im Video zu ihrem großen Erfolg »Boys« der Fokus noch auf dem Dekolleté gelegen, so verschiebt es sich hier in Richtung Hüften und Hintern. Subtile Sinnlichkeit ist nicht Sabrina Salernos Sache. Was sie allerdings hervorragend kann, ist kleinen Kindern ihre Stofftiere abnehmen und sich von einem jungen Mann mit eingefrorenen Gesichtszügen anstarren zu lassen. Hat da jemand »Stalker« gesagt?
04 Crazy Town »Revolving Door«
Gegen das, was Crazy Town in »Revolving Door« an Chauvi-Klischees auffahren, wirkt Sabrina Salerno beinahe wie ein züchtiges Mauerblümchen. Durch die funkelnde Drehtür zur Villa marschieren hier reihenweise leichtbekleidete Frauen, um den ganzkörper-tätowierten Rockstars am Pool, im Bett und in der Badewanne zu Diensten zu sein. Ein Musikvideo, wie ein feuchter Traum für Pick-Up-Artist-Vollidioten. Läuft bei euch, Bro! Bei allem Ärger sollte man aber nicht übersehen: ganz am Anfang reitet eine computeranimierte Elfe auf einem kleinen Hund. Süß!
05 Billy Squier »Rock Me Tonite«
»Tanz so angestrengt du kannst und hör nie auf, oder wir töten dein Erstgeborenes, bereiten es mit einer leichten Weißwein-Sauce zu und servieren dazu Prinzessbohnen.« So ungefähr muss die Regieanweisung zu Beginn der Dreharbeiten von Billy Squiers »Rock Me Tonite« gelautet haben. Vom Schlafzimmer-Loft geht’s direkt auf die gekachelte Bühne einer Kunstgalerie, so war das in den Achtzigern. Choreograph Kenny Ortega schadete der Clip indes nicht. Ein Vierteljahrhundert später führte er bei den drei Filmen der »High School Musical«-Reihe Regie und gestaltete 2009 die live im TV übertragene Trauerfeier für Michael Jackson.
06 Belinda Bedekovic »The Power Of Space«
Die Keytar ist ein Instrument, das man aktuell viel zu selten im Einsatz sieht. Nicht so bei Belinda Bedekovic. Für die kroatische Künstlerin bedeuten die Tasten ein Himmelreich. »The Power Of Space« reist daher in spirituelle Sphären, mit allem, was die Stockfoto-Sammlung hergibt. Ein Video wie ein Bildschirmschoner von »Windows 98«! »Music for a melting planet«, nennt es ein Kommentar bei Youtube.
07 Joss Stone »Baby Baby Baby« 
Ein Projekt ohne die Hilfe seiner Geschäftspartner anzugehen, muss kein Fehler sein. So manchen Künstler treibt ein klein wenig mehr Autonomie zu kreativen Höchstleistungen. Das dachte sich auch Joss Stone, als sie ohne Zutun ihres Labels EMI ein Video zu »Baby Baby Baby« drehen ließ, was nach dem Leak 2010 von der Presse als schlimmstes des Jahres bezeichnet wurde. Den Rahmen bildet eine Hochzeit, dazwischen werden Männer in Unterhosen buchstäblich zur Exekution an die Wand gestellt oder per Stromschlag von Polizistin Stone gefoltert. Lasst das nicht die Jungs von Crazy Town sehen! 
08 Mark Gormley »Without You«
Auch wenn es schwer vorstellbar scheint: das Video zu »Without You« stammt von 2008! In der Zeit vor Social Media wäre dieses obskure Werk aus dem lokalen Kabelfernsehen ein Kultobjekt in verschwörerischen VHS-Tauschzirkeln gewesen. Youtube sei Dank, kennen es heute mindestens 3,3 Millionen Menschen. Mark Gormley, das Poloshirt praktisch in die Hose gesteckt, reist auf der Jagd nach seiner Liebsten per green screen um die Welt und am Ende gar ins All, und wurde so zum sympathischen Internet-Star.
09 brokeNCYDE »Freaxxx«
Die Crunkcore-Combo aus New Mexico holt die roten Plastikbecher raus, versammelt die Teenager-Freunde (aka »Freaxxx«), rollt Papis Wagen aus der Garage und schüttet Schnapps aufs Pflaster. So ungefähr dürfte jedes Wochenende im amerikanischen Niemandsland der Suburbs aussehen. Ach so, ein Schweinekostüm gibt es auch und zwischendurch wird eine der jungen Darstellerinnen von der Band gewürgt. WTF?!
10 Cinderella »Don’t Know What You Got (Till It’s Gone)«
Gehören spektakuläre Luftaufnahmen heute dank taschengeldfreundlicher Dronen-Preise zum Standard-Repertoire jedes Deutschrap-Videos, musste man dafür 1988 noch extra einen Hubschrauber mieten. Zum Glück hatten die Labels zu Hair Metal-Zeiten tiefe Taschen in den Spendierhosen. Cinderella durften daher für »Don’t Know What You Got« nicht nur die Kamera fliegen, sondern auch einen Flügel an den Strand einer malerischen Bucht schleppen lassen. Mehr passiert im fast sechsminütigen Video dann auch eigentlich nicht. Dank Lensflare-Optik ist der einschläfernde Clip visuell immerhin auf der Höhe der Instagram-Zeit.
11 Denny »Blazin« Hazen »Average Homeboy« 
Dass man auch in den Vororten von Ohio den HipHop fühlt, bewies Denny Hazen bereits ab 1989. Sein Bewerbungsvideo »Average Homeboy« hat alles, was ein Clip an der Schwelle zu den Neunzigern braucht, öffnete für den jungen MC zwar nicht die Tore zum Rap-Olymp, sorgten aber rund eineinhalb Jahrzehnte später für Einladungen von TV-Sendern wie VH1 oder Comedy Central. »Blazin« Hazen selbst hat schon lange sein Vermarktungspotential erkannt und vertreibt T-Shirts mit seinem Gesicht. 
12 Wyclef Jean feat. Young Thug »I Swear« 
Geheimagent Wyclef erhält zu Beginn des fünfminütigen Clips den Auftrag, den Designer einer Bademoden-Firma zu retten. Natürlich auf einer Model-Party am Strand, die allerdings mehr wirkt, wie eine noble Verkaufsveranstaltung, bei der statt Heizdecken Remy Martin angeboten wird. Bevor und während sich 00Fugee mit seiner schurkischen Widersacherin per asiatischer Handkante duelliert, rocken er, Young Thug und seine Band im »Mad Max«-Look vor einem animierten Sandsturm mit Stromgitarren, auf die jede 80er Metal-Band neidisch wäre.
13 The Black Satans »The Satanic Darkness«
Sommerferien und Black Metal. Schnappschüsse aus diesem Video hätten gute Chancen, auf der Facebook-Seite »Alltagsgegenstände in Poserfotos seriöser Metalheadz« veröffentlicht zu werden. Bei The Black Satans handelt es sich nach eigener Aussage um »a true Norwegian Black Metal band, from Finland«. Es liegt daher nahe, dass der sommerliche Clip mit Absicht auf Absurdität und Trashfaktor getrimmt wurde. Schade, man wird ja noch träumen dürfen.