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»Past Forward«

I'm Not A Band

Auf ihrem vierten Album haben I’m Not A Band ihren Electro-Pop noch ein Stück weiter in eine Richtung von unmittelbarer Sinnlichkeit getrimmt. Doch ist das nun eine Spur zu sauber geraten, oder beweisen die Berliner erneut das Niveau ihrer Produzenten-Skills? Die Redaktion streitet.
Geschrieben am
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I’m Not A Band kommen aus Berlin und machen Musik, die perfekt produziert ist und an internationale Standards heranreicht. Aber was heißt das schon? Tatsächlich bekommt man angesichts von »Past Forward« oft das Gefühl, dass es hier mehr Brüche geben müsste, damit die Musik an Kontur gewinnt. Unwillkürlich assoziiert man das Album mit der funktionalen Hintergrundbeschallung in modernen Klamottenläden. Der gefühlige Electro-Pop bildet eine so große Schnittmenge mit einer vorherrschenden Ästhetik, dass die Musik nur angepasst wirkt. Statt Eigenheiten herauszubilden, reflektiert dieses Album lediglich bereits vorhandene und großflächig durchgesetzte Spielarten. Zugestanden sei, dass die Band sich dadurch abhebt, dass sie eine Geige in ihren Sound integriert. Leider kommt diesem Instrument in der Wirkung eher der Status eines Gimmicks zu, der einzig dem Zweck dient, dass man über die Band redet. Der Musik fügt sie wenig Substanzielles hinzu. Der Gesang strebt emotionalen Ausdruck an, schafft es aber nur, diesen zu zitieren. I’m Not A Band machen Singlebörsen-Musik, sie wollen gefallen, präsentieren sich aber im Gestus gesteigerter Unverbindlichkeit. Dabei gibt es hier durchaus das eine oder andere okaye Stück zu hören (das unterkühlt-housige »Where Have You Been« etwa), aber vom Ansatz her kommt einem dieses Album gerade aus dem Grund falsch vor, dass es nicht den Mut aufbringt, potenzielle Fehler zu machen.  Mario Lasar  

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I’m Not A Band haben sich auf ihrem vierten Album einer schwer zu lösenden Aufgabe gestellt: Sie wollten komplexen, dichten elektronischen Pop produzieren, der aber auch eine klare Sinnlichkeit transportiert. Auf der einen Seite also die Errungenschaften von Bands wie Bodi Bill, auf der anderen aber auch die Transparenz von Metronomy oder Hot Chip. »Past Forward« hört man diesen Zwiespalt deutlich an, das macht aber zu einem Großteil die knisternde Spannung seiner Musik aus. Das Berliner Duo ist so sehr wohl Wagnisse eingegangen und hat auch Fehler einkalkuliert. Die Momente etwa, in denen ihr Sound im Vergleich zum Rest dünn und verzagt wirkt. Gleichzeitig ist »Past Forward« aber auch genauso unerhört, wie der Titel suggeriert: Eine Musik, die durch ihre vermeintlich unüberwindlichen Kontraste aufwühlt. Dann, wenn man sich ihr mit uneingeschränkter Aufmerksamkeit widmet und bei dem Versuch scheitert, sie in die üblichen Kategorien einzuordnen. I’m Not A Band haben bei ihren Aufnahmen Entscheidungen getroffen, die sonst kaum jemand traf, und sie reizen damit einen Nerv, der schon länger nicht mehr gereizt wurde. Dementsprechend schwierig ist es, dieses Album zu entdecken. Wer das geschafft hat, bekommt die Ahnung, dass sich hier eine Zukunft des Electro-Pop offenbart haben könnte. Henrik Hamelmann