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»Eskapist«

The Hirsch Effekt

The Hirsch Effekt klingen auf ihrem neuen Album weniger wütend, sondern melancholischer, setzen aber weiter auf konstante Überforderung der Hörerschaft.
Geschrieben am
Das vierte Album der Hannoveraner The Hirsch Effekt explodiert direkt in den ersten Sekunden des Openers »Lifnej« in wütendes Metal-Gedresche, so, als wollten sie einfach nahtlos dort weitermachen, wo der Vorgänger »Holon: Hiberno« aufgehört hatte. Doch die Stimmung kippt schnell in gedämpfte Melancholie und weist damit in eine neue Richtung, in die die Band nach Abschluss der »Holon«-Trilogie geht. Weniger extrovertierte Wut, mehr introspektive Beobachtung. Dabei springt das Trio weiter unberechenbar durch den progressiven Genre-Garten und setzt auf konstante Überforderung.

Jeder Song ist ein Drama in fünf bis zwölf Akten, wobei das immer noch nach zu leicht verständlicher Struktur klingt. Das Album nebenbei zu hören ist nicht hilfreich: Es schreit, tritt und beißt, um volle Aufmerksamkeit zu bekommen. Eskapismus wird thematisch durchgespielt und in unerwarteten Facetten erzählt; wie in »Aldebaran«, das die spinnerten Ideen der Reichsbürger verarbeitet, oder dem 14-Minuten-Monstrum »Lysios«, das den langsamen Niedergang eines Alkoholikers erzählt. Mit »Eskapist« setzen The Hirsch Effekt ihren kompromisslosen und an einfacher Zugänglichkeit völlig desinteressierten Stil konsequent fort.