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»Ogilala«

William Patrick Corgan

Unverhofft kommt soft: Billy – pardon: William Patrick – Corgan hat sich freigenommen und schmeißt eine Runde erstaunlich guter Solo-Lieder. Ohne Gitarrenwände, dafür mit ganz viel Gefühl.
Geschrieben am
50 Jahre nach seiner Geburt und zwölf nach seinem Solo-Debüt »TheFutureEmbrace« versucht es Billy Corgan noch mal alleine. Die erste Message des notorischen Miesepeters ereilt uns schon mit der Ankündigung des Albums: »William Patrick Corgan« möchte der Smashing-Pumpkins-Gründer und -Reanimator fortan genannt werden. Mögliche Deutung: Der kleine Billy ist erwachsen geworden, möchte Reife und Seriosität suggerieren und sich endlich erfolgreich selbst beerben – oder eben gerade nicht.

Womöglich hat er aber auch einfach nur mal wieder einen Blick auf seinen Pass geworfen. »Ogilala«, so der kauzige Titel des Albums, ist nicht weniger als ein Highlight für alle Freunde sentimentaler Akustik-Stücke. Corgans künstlerisches Format zeigt sich in der Leichtigkeit, mit der er ein paar Akkorde aus dem schlabbrigen Sweatshirt-Ärmel schüttelt und sie zu unverschämt eingängigen Melodien verstrickt. Elektrische Überbauten fehlen ganz, geblieben ist – natürlich – die untröstliche, nasale Fistelstimme.

Corgan singt noch immer, als scheitere er allmorgendlich an den Schnürsenkeln, jubelt uns aber zugleich sein stärkstes Material seit Jahren unter – nichts, was nach der mauen letzten Pumpkins-Platte »Monuments To An Elegy« zu erwarten gewesen wäre. Erst, als – Rick Rubin sei Dank – dann noch Streicher durchs Bild wehen, fängt die Chose an zu kleben. Solange dabei aber die Klasse der balladesken Zuckerstücke aus den Sternstunden der 1990er aufblitzt, ist Kitsch unbedingt in Kauf zu nehmen.