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»Superheavvy«

Wolf Mountains

Schon wieder Krach aus Stuttgart-Kaputtgart: »Superheavvy« ist eine weitere Platte aus der kleinen, sehr aktiven Post-Grunge-Szene der Stadt. Außerdem eine der besten!
Geschrieben am
Die zentralen Exportschlager Stuttgarts in den letzten Jahren waren Postpunk, rechte Grünen-Politiker und gehyptes Bier. Für uns ist vornehmlich Ersteres von Bedeutung: Rund um die Band Die Nerven entstand eine Clique, die schon 2013 »Von Heimat kann man hier nicht sprechen« verkündete und sich in verschiedenen Kombinationen Postpunk, Grunge und Indie widmete. Wie bei vielen dieser Acts hat auch bei Wolf Mountains Nerven-Schlagzeuger Kevin Kuhn seine Finger im Spiel. »Superheavy« stellt aber kein Auswringen der Szene dar, sondern eine kleine Offenbarung. Das beginnt schon bei den Referenzen, die man aufrufen kann: Die Band überbrückt musikhistorisch mehr als ein halbes Jahrhundert.

Surf und Garage werden aufgerufen, dazu Slap-Delay-No-Wave à la Suicide. An mancher Stelle meint man, The Velvet Underground herauszuhören, dann wiederum die Verschmelzung von Indie und Folk, wie sie die 1990er hervorbrachten. Reinhold Buhrs flehender und sich selbst in boyischer Ungeübtheit übertreffender Gesang ist schlicht mitreißend und wird durch die dröhnenden Saiteninstrumente und das dynamische Spiel Kuhns konterkariert. So spontan, wie die Platte endet, steht man recht verdattert da und weiß nur, dass man sich lieber nochmal zwei Durchläufe gönnt. Denn so ein superstarkes Stück Musik bekommt man wirklich nicht häufig.